REPUBLIK ÖSTERREICH Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Scheibenfolien sind gemäß § 2 Abs. 1 lit n. KDV 1967 genehmigungspflichtige Teile. Mit dem Erlass GZ. 190.500/2-I/8-94 wurden Bestimmungen für die Prüfung und den Anwendungsbereich für Folien, die auf Scheiben von Kraftfahrzeugen angebracht werden, erlassen. Der Erlass GZ. 190.500/2-I/8-94 wird durch den gegenständlichen ersetzt. Aufgrund von Messergebnissen zeigte sich, dass die Unterschiede des Transmissionsgrades bei der Beschichtung von getönten und
nicht getönten Scheiben mit einer Scheibenfolie mit 20%-iger Durchlässigkeit oftmals nicht größer als die Messtoleranz der Messgeräte waren. Deswegen wird im aktuellen Erlass die Vorgangsweise neu festgelegt. Wenn eine Scheibe mit
dem Symbol "V" gemäß ECE-R43 gekennzeichnet wird, ist eine Aufbringung einer Tönungsfolie unzulässig. Eine Scheibe ist mit dem Symbol "V" gekennzeichnet, wenn die Lichtdurchlässigkeit bei unter 70% liegt. Außerdem ist es in Zukunft zulässig Splitterschutzfolien auch auf den vorderen Seitenscheiben anzubringen.

Unterteilung:
Scheibenfolien gelten als geeignet, wenn sie sämtliche, in diesem Erlass angeführten, Prüfbestimmungen erfüllen. Sie werden in Splitterschutzfolien und Tönungsfolien unterteilt. Als Splitterschutzfolien werden jene Scheibenfolien bezeichnet, deren Transmissionsgrad 95% (nicht getönt) nicht unterschreitet. Alle anderen Scheibenfolien werden als Tönungsfolien eingestuft.

Anbringung:
Auf der Windschutzscheibe dürfen keine Scheibenfolien aufgebracht werden. Die Seitenscheiben der vordersten Sitz-
reihe bzw. jene die für die Sicht der Lenkers von primärer Bedeutung sind, dürfen nur mit Splitterschutzfolien aus-gerüstet werden. Auf sämtliche anderen Seitenscheiben und auf die Heckscheibe dürfen Splitterschutzfolien geklebt werden. Diese Scheiben dürfen auch mit Tönungsfolien versehen werden, sofern diese Scheiben nicht mit dem Symbol "V" gemäß ECE-R 43 gekennzeichnet sind. Auf Dachfenster dürfen entweder Splitterschutz- oder Tönungsfolien aufgebracht werden. Keinesfalls darf auf eine Scheibe mehr als eine Scheibenfolie aufgebracht werden. Dies gilt auch wenn eine Scheibenfolie auf der Innenseite und eine weitere auf der Außenseite angebracht werden soll. Ein vom Hersteller geschulter und autorisierter Betrieb stellt eine Bestätigung über die ordnungsgemäße Verarbeitung gemäß beiliegendem Muster aus, und händigt dem Kunden diese und eine Kopie des Genehmigungsbescheides aus.
Der Kunde ist darüber zu belehren, dass beide Dokumente stets mitzuführen sind.

Kennzeichnung:
Jede Folie muss mit dem Namen oder dem Markenzeichen des Herstellers, der Typenbezeichnung der Scheibenfolie,
dem Genehmigungszeichen und dem ganzzahligen Nennwert des Transmissionsgrades versehen sein, der im Zuge
des Genehmigungsverfahrens festgelegt wird. Die Kennzeichnung muss dauerhaft und so angebracht sein, dass sie
am Einzelgegenstand auch im eingebauten Zustand sichtbar ist.

Eintragungspflicht:
Sollten eine Kopie des Genehmigungsbescheides und die oben erwähnte Bestätigung nicht vorhanden sein, so ist die Anbringung der Scheibenfolien beim Landeshauptmann anzeigepflichtig. Im Zuge des Verfahrens nach § 31 KFG 1967 bzw. § 33 KFG 1967 zur Eintragung von Scheibenfolien ins Genehmigungsdokument des Fahrzeugs sind zumindest Nachweise über die Eignung, im Speziellen über die Prüfung der lichttechnischen Eigenschaften unter sinngemäßer Anwendung von Punkt 3.4.2 und 3.4.3 der Prüfvorschrift (Prüfung direkt am Fahrzeug, Entfall der Prüfmuster) durch Gutachten einer anerkannten Prüfstelle zu erbringen. Bauartgenehmigungen (ABE) durch das Kraftfahrt-Bundesamt Flensburg, sind als Nachweise der Erfüllung der Prüfungen des Brennverhaltens, des Reflexionsgrads, des Bruchverhaltens und der Splittersicherheit zulässig. Sollte es sich um bereits in Österreich typengenehmigte Scheiben-folien handeln, die fachgerecht aufgebracht wurden, kann die Scheibenfolie ohne weitere Nachweise eingetragen werden.

Ausnahmen:
Für Sonderfälle (z.B. medizinische Indikation) besteht auch bei Nichterfüllung der Bestimmung die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung gemäß § 34 KFG 1967.